GEDICHT: Gedanken eines Nikolaus

Ein Mensch, schon etwas reich an Jahren
Hat manches Weihnachten erfahren.
Als Kind war Weihnachten noch kalt
Adventszeit war ein Märchenwald,
Aus diesem kam der Nikolaus
Zu unserm Mann direkt ins Haus,
Wo er mal schimpfte, manchmal lachte
Und lauter gute Sachen brachte.
Er war in eine Welt geraten
Wo Unsichtbare Gutes taten,
Zum Beispiel Christkind und dergleichen
War mit Gebeten zu erreichen.

Doch in des rauen Lebens Lauf
Kamen gewisse Zweifel auf:
„Soll man da nicht irre werden
An Hunger, Terror, Krieg auf Erden?
Der ist seines Verstands beraubt
Der an den LIEBEN Gott noch glaubt.“
Als er in diesem Zustand war
War Weihnachten nicht wunderbar,
Verdammt in Bogen und in Bausch:
Verlogenheit und Einkaufsrausch,
Jedes Jahr dieselbe Leier
Und Burnout auf der Weihnachtsfeier!

Nun ist all das Vergangenheit
Der Mensch hat jede Menge Zeit,
Still wie als Kind sieht er die Welt
Und manchem Bettler gibt er Geld
Steckt jetzt im Nikolaus-Gewand
Umschließt den Sack fest mit der Hand,
Er geht, die Enkel zu beschenken
Und fängt auf einmal an zu denken
Dass er in seinem ganzen Leben
Oft mehr bekam, als er gegeben.
Jetzt will er Teil der Freude sein
Und murmelt leis in sich hinein:
„Erkennt man seinen Job nur recht,
Ist Weihnachten gar nicht so schlecht…“
Dass er dabei so glücklich war,
Ist aber wirklich WUNDERbar!

 

Gedanken eines Nikolaus - Gedicht von Ruth Hanke
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