Schneefall über Mittelfranken

Es schneit – und alle Welt steht still.
Da kann man machen, was man will,
man friert und steht im Sturmgebraus –
der Bus kommt nicht, der Zug fällt aus.
Der Einsatzleiter murmelt nur:
„Wir arbeiten rund um die Uhr,
mehr gibt das Räumfahrzeug nicht her –
und Salz haben wir auch nicht mehr!“
Von der Bahn die Offiziellen
versuchen Klarheit herzustellen:
„Es ist schon furchtbar kalt seit Wochen,
da wird die Stromzufuhr durchbrochen.
Man kann bei Petrus sich bedanken,
es schneit ja in ganz Mittelfranken!“
Die Polizei verliest ein Schreiben,
wer kann soll schön zu Hause bleiben.
Denn Chaos auf den Autobahnen,
Schneepflüge, Blinklicht, Absperrfahnen,
die Ankunft jetzt bei Tag und Nacht
im höchsten unwahrscheinlich macht.
Doch Schuldige will man nicht nennen,
das hat man ja nicht wissen können.
Wer schlau ist in des Winters Lauf,
der steht zwei Stunden früher auf.
Bis März die meisten dann begreifen:
Im Winter braucht man Winterreifen!
Der Frühling kommt, man atmet auf.
Aber schon im Jahr darauf,
bei erstem Schneefall nichts mehr geht,
weil Auto, Bus und Bahn still steht.
Nur Schnee wirbelt im Mondenschein,
Das scheint der Lauf der Welt zu sein. –

 

 

Schneefall über Mittelfranken - Gedicht von Ruth Hanke
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