Thema: Glossen

Was Männer wollen

Was Männer wollen

Die Richterin der Realityshow stützte ihre Ellenbogen auf die Tischplatte und beugte sich zu den beiden jungen Burschen hinüber, die bei starkem Schneefall an einem frühen Abend im Dezember auf einer Landstraße einen seitlich kommenden Lastwagen, der aber Vorfahrt hatte, mit ihrem PKW gerammt hatten. Weiterlesen »

Murphys Law

Murphys Law

Es war aber auch wie verhext! Ich hatte verschlafen! Das vermaledeite Hochwasser war schuld, denn wenn in Fürth am Wiesengrund Hochwasser war, war die Fuchsstraße gesperrt, so dass aus dieser Richtung kein einziges Auto an der Kaiserstraße 21, direkt an unserem Schlafzimmerfenster vorbei fuhr, Weiterlesen »

Selbsterkenntnis

Der Randolf und ich waren noch jung, gerade von einem zweiwöchigen Urlaub zurückgekommen und bei meinem Opa zu einem wunderbaren Gansbraten eingeladen, den seine Frau Paula zubereitet hatte und als wir uns satt und zufrieden zurücklehnten, fragte uns mein Opa mit trügerischer Arglosigkeit: „Habt ihr euren Küchenstuhl schon repariert?“ Weiterlesen »

April, April!

Seit ich ein Kind war, durfte man am 1. April jemanden „in den April schicken“, eine Erlaubnis, die viel genutzt wurde: Von Geschwistern, Klassenkameraden, Eltern und Lehrern, einmal sogar von unserem Herrn Pfarrer.
An keinem anderen Tag im Jahr muss man so höllisch aufpassen wie an diesem. Weiterlesen »

Es werde Licht!

Franziska erledigte ihre Hausarbeit mit Schwung und Enthusiasmus, das konnte man hören, erstens am Gedröhne des Staubsaugers und zweitens an den Rhythmen der „Wise Guys“, die durch ihren Kopfhörer drangen.
Sehen konnte man es eher nicht, da sie im Halbdunkel des Parterre Flurs vor sich hin saugte.
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Der Augenblick

Es war an meinem Geburtstag, ein Tag im September, als ein Freund aus der Berufsaufbauschule und ich in unser Gespräch versunken einen Feldweg entlang gingen und kamen an den Beeten einer Gärtnerei vorbei, die in den vielfarbigen Blüten exquisiter Chrysanthemen neuer Züchtung prangten. „Schau mal, die schönen Blumen!“, sagte ich. Er sah auf. „Okay“, meinte er. „Welche willst du?“ und noch bevor ich antworten konnte, war er mit imponierender Leichtigkeit über den zwei Meter hohen Maschendrahtzaun gesprungen, hatte die schönste Blume abgepflückt und mir überreicht. Wie viele Jahre ist das her? Aber ich sehe immer noch den schrägen Lichteinfall der warmen Nachmittagssonne, die Grashüpfer, die um unsere Füße herumsprangen und sein unverwüstliches Lachen.
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Rund um die Kugel

Was müsste ein Außerirdischer denken, der zufällig an unserer Erde vorbeikommt und der allerorts riesigen Fußballstadien ansichtig wird, die bis zu 100.000 Besucher fassen und wo in Abständen tobende Feste abgehalten werden? Er würde denken, wir huldigen dem Gott der Kugel! Weiterlesen »

Überleben im Verkehr

Mein Vater war ein altmodischer Gelehrter reinsten Wassers, einer der wenigen geistigen Menschen, die ich jemals gekannt habe.

Sogar vor einer grünen Ampel, vor der ihm regelmäßig der Motor auszugehen pflegte, konnte er fehlerfrei „res publica“ (Lateinisch: Der Staat) deklinieren. Ich habe es selbst erlebt.
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