Fürth – es möge in Ewigkeit blühen

Wann ich zum ersten Mal in Fürth war, weiß ich nicht mehr genau, aber es muss sehr früh in meinem Leben gewesen sein, denn in Fürth wohnten meine Großeltern väterlicherseits, Franken seit Generationen. Ich erinnere mich daran, dass ich eigentlich immer bei ihnen sein wollte. Die Wohnung in der Schillerstraße kam mir wie ein Paradies vor, wo das Leben aus einer Folge herrlicher Überraschungen bestand. Mein Opa ging mit mir und meinem Bruder in den wunderbaren Stadtpark, der mir damals unüberschaubar riesig vorkam, zum Eis-Essen, zu verschiedenen Spielplätzen. Wir radelten in den Stadtwald, um Pilze zu suchen und Blaubeeren zu sammeln, wir fütterten die Enten an den Weihern und hatten das schönste Leben.

Mit 17 Jahren zog ich endgültig nach Fürth, weil ich eine Ausbildung als Grafikerin angefangen hatte und als ich im Fürther Hauptbahnhof aus dem Zug stieg, atmete ich tief durch, als wäre ich jetzt endlich daheim angekommen. Mit zwanzig Jahren heirateten wir und zogen in eine sehr preisgünstige Wohnung in der Kaiserstraße, Fürther Südstadt. Das Badezimmer ist uns noch lebhaft in Erinnerung, es hatte einen Badeofen, man musste also einheizen, wenn man heiß baden wollte und ich sehe uns noch auf den abgenutzten Fliesen knien, wie wir nach den Feiertagen unseren Christbaum für ein schönes, warmes Bad verschürten.

Mit jedem weiteren Kind zogen wir ein bisschen weiter hinaus aus der Stadt bis wir hier in Puschendorf landeten, wo wir seit zwanzig Jahren sehr glücklich sind. Aber die Stadt Fürth hat dem Randolf mit seiner Forschung sofort und nachhaltig Unterstützung gegeben bis auf den heutigen Tag und sich ihm auch beruflich so gezeigt wie wir diese Stadt immer erlebt haben: Bodenständig, verlässlich, freundlich. Hier war Platz für einen mit Ideen und man konnte mit den Leuten reden. Zum Beispiel hat ihm die Stadt unter der Leitung von OB Thomas Jung von sich aus noch 10.000 Quadratmeter Grundstück vorbehalten, für den Fall, dass er die neuen Institutsgebäude in Atzenhof schnell erweitern müsste – und genau das ist jetzt auch der Fall.
Wir haben mit dieser alten und doch immer neuen Stadt nur gute Erfahrungen gemacht und als der Grundstein gelegt wurde für die Institutsgebäude auf dem alten Flugplatz Atzenhof wurde in ihm eine Stahlkassette versenkt, in der Bauteile der neuesten Entwicklungen eingeschlossen wurden, z.B. ein MP3-Player. Und auch von mir ist etwas in dieser Kassette: Ich habe in unzerstörbares Material ein Kleeblatt graviert und darunter geschrieben:

„Fürth – in aeternum floreat!“ „Fürth – möge es in Ewigkeit erblühen!“

 

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Fürth – es möge in Ewigkeit blühen - Glosse von Ruth Hanke

 

Fürth – es möge in Ewigkeit blühen

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