Sommertag

Die Dämmerung hat nach der Nacht
das Gras mit Tautropfen besetzt
die Rosen glühend rot gemacht,
sie Diamanten gleich benetzt.
Der Vogel singt, Sonne erstrahlt
in rot taucht sie das erste Licht,
mit Wolken sie Gemälde malt,
eröffnet eine weite Sicht.
Jeden Morgen, jede Stunde
ändert sich das Farbenspiel;
in rosa, lila, gold zu schauen,
wie in blütenreiche Auen
wird dem Auge nie zu viel.
Der Mittag ist jetzt gleißend hell,
es schwirrt die Biene, reift die Frucht,
die Schwalben fliegen steil und schnell,
der Hund den Platz im Schatten sucht.
Die Sonne brennt und es wird es heiß,
jetzt geht es drum, man packt mit an,
man gibt sich Mühe, zahlt den Preis,
dass jedes Werk wird recht getan.
Am Abend treffen im Biergarten,
wo Lachen sprudelt, Lichter stehen
Menschen, die auf Kühle warten,
freuen sich auf ein Wiedersehen.
Es riecht nach frisch gemähtem Heu
das jeden Atemzug belohnt,
ein Mädchen murmelt beinah scheu:
Schau mal, der Mond!
Der Tag steht jetzt am Rand der Nacht,
man kann noch bis nach Forchheim sehen,
der Sommer steht in voller Pracht –
und er ist schön.

 

Sommertag - Gedicht von Ruth Hanke
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