Auf ein Neues!

Ein Mensch fragt sich, ob letztes Jahr
Mit ihm alles in Ordnung war.
Er packt die guten Vorsätz´ an,
fragt sich, was er verbessern kann.
Turnschuhe will er jetzt gebrauchen,
viel mehr wandern, nicht mehr rauchen.
Und dabei nicht zu vergessen
will er jetzt mehr Rohkost essen.
Die Wurst, den Braten und den Speck
Nimmt er sich vor, die lässt er weg.
Und außerdem will er Mal eben
Mehr Geld für arme Leute geben;
dem Nachbarn gern den Kärcher leihen
und auch nicht schimpfen und nicht schreien,
wenn dieser Nachbar dann zuletzt
den eignen Parkplatz hat besetzt.
Der Mensch sieht sich so kritisch an,
dass er sich nicht recht freuen kann.
„Ich kann ja machen, tun und walten,
das alles kann ich doch nicht halten.
Doch eines kann und will ich tun:
Ich lass die Selbstvorwürfe ruh´n.
In Frieden sein mit jedermann –
da fang ich bei mir selber an,
will mich mit Vorsätzen nicht quälen,
will lieber Vorzüge aufzählen.
Nur wer sich selbst bei Bier und Wein
erlaubt, ein wenig froh zu sein,
verteilt nicht unentwegt die Schuld,
übt vielmehr Nachsicht und Geduld.
Und dadurch wird vielleicht dies Jahr
Doch besser als das alte war.

 

 

Auf ein Gutes Neues Jahr - Gedicht von Ruth Hanke
Gedichte von Ruth HankeAuf ein Neues!

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